Samstag, 19. August 2017

Kontinuum Distorsion: Neue Erkenntnisse der TU München zum Sehnen- Knochen- Übergang

Eine interdisziplinäre Forschungsgruppe der Technischen Universität München (TUM), hat herausgefunden, dass am Übergang zwischen Sehne und Knochen eine Übergangszone aus extrem dünnen Proteinfasern besteht. Diese Übergangszone besitzt eine eigene biochemische Komposition.
Interessant ist neben der Erkenntnis der aussergewöhnlichen Struktur auch die Funktion dieser Zone: Die Forscher um Lara Kuntz, Leone Rossetti und Prof. Andreas Bausch fanden, dass je nach Kraftvektor unterschiedliche Fasern dieser Zone aktiv sind.
Der Begründer des Fasziendistorsionsmodells, der us- amerikanische Arzt und Osteopath Dr. Stephen Typaldos (1957-2006), führte bestimmte Beschwerden auf eine Veränderung ("alteration") in dieser Übergangszone zurück. Er nannte diese Veränderungen "Kontinuumdistorsionen", weil er zwischen unterschiedlichen Geweben ein Kontinuum sah. Dies bestätigen nun die Forscher der TUM anhand ihrer Forschungen zur Achillessehne.
Dr. Typaldos konnte die Empfindungen und die Beschwerdegestik der Betroffenen kategorisieren und entwickelte im Anschluss die Theorie des Kontinuums zwischen Gewebeübergängen und eine spezifische Behandlung (Kontinuumtechnik). Er verglich die Übergangszone mit einer nicht- newtonischen Flüssigkeit (non-newtonian fluids) wie dem Stärkemehl (Cornstarch). In einem bestimmten Mischungsverhältnis passt sich ein Stärkemehl- Wasser- Gemisch den äusseren Kräften an. Auf Youtube gibt es dazu sehr viele eindrückliche Videos vom sogenannten Cornstarch- Water- Phenomenon:
Die Mythbusters mit "Walking on water" sind gewohnt unterhaltsam und kurzweilig. Sie laufen sogar darüber.



Die Slow- Mo- Guys, nicht minder beeindruckend, kippen die Stärkemehl- Wasser- Paste auf Bassboxen:


Der Artikel auf der Seite der TUM:
https://www.tum.de/global/standorte-weltweit/san-francisco-news/news-detail/article/33774/