Montag, 22. August 2016

FDM Arbeitskreis Berlin Anfang September 2016

Der nächste FDM Arbeitskreis in Berlin für Mitglieder der European FDM Association (EFDMA) findet am 8. September 2016 statt. Beginn ist 19.00 Uhr, das Ende ist offen. Thematisch soll es um Patientenbehandlungen gehen und aktuelle Fragen.
Der FDM Arbeitskreis Berlin findet wieder in der Praxis "Werner und Hübner" von FDM Instruktor Lars Werner statt. Organisator ist der FDM IC- Therapeut Peer Pfeiffer.
Patientenanmeldung, weitere Informationen und Anmeldung zum FDM Arbeitskreis Berlin an Peer Pfeiffer per email: praxis@peerspektive.de

FDM Arbeitskreis in München September 2016

Der nächste FDM Arbeitskreis für EFDMA- Mitglieder in München ist nun von der EFDMA angekündigt worden.
Er findet am 9. September 2016 von 18.30 Uhr bis ca. 20.00 Uhr statt.
Ort ist wieder die Praxis von Dr. med. Harry Böthig:
Orthopädie und Unfallchirurgie Bavariapark
Ganghofstraße 31
80339 München
Anfahrt öffentliche VM: U4/U5 Schwanthalerhöhe, Bus L53/L134 Schwanthalerhöhe
www.orthopaedie-bavariapark.de/
Es wird wieder um Patientenbehandlung gehen und den gemeinsamen fachlichen Austausch.

Weitere Informationen, sowie Anmeldung zum FDM Arbeitskreis München an Dr. med. Harry Böthig unter unter boethig@orthopaedie-bavariapark.de.
 

Sonntag, 21. August 2016

Erstes FDM Seminar in Krasnodar erfolgreich abgeschlossen

Das erste Seminar im Fasziendistorsionsmodell (FDM) im russischen Krasnodar ist an diesem Sonntag erfolgreich zuende gegangen.
FDM Instruktor Evgeny Haimov von der FDM Academy Russia vermittelte den 12 Teilnehmern im FDM Modul 1 die Grundlagen des FDM. Im Anschluss im praktischen Teil stellte er die Diagnose und Anwendung bei Beschwerden der Schulter-, Knie- und Knöchelregion dar.
Das FDM Seminar in Krasnodar

FDM Instruktor Evgeny Haimov in Krasnodar

Viele der Teilnehmer in Krasnodar betreuen als Ärzte professionelle Sportteams und nahmen diese neuartige Interpretation und Behandlung enthusiastisch auf. Durch die gute manuelle Ausbildung der russischen Ärzte konnten FDM- Techniken schon auf den jeweiligen Bereich adaptiert werden.
Dazu behandelte Evgeny Haimov noch Anastasiya Sergienko, mehrfache Rekordhalterin und Europa- sowie Weltmeisterin im Powerlifting erfolgreich vor den Teilnehmern.
FDM Instruktor Evgeny Haimov mit Anastasiya Sergienko

Das nächste Modul 2 in Krasnodar wird noch in diesem Jahr stattfinden. Damit scheint sich das Fasziendistorsionsmodell besonders im Süden Russlands stark zu verbreiten. In zwei Wochen findet in Rostov schon zum zweiten Mal die Prüfung zum Basic Certificate durch Evgeny Haimov statt. Im südlicheren Vladikavkaz im Center Avicenna wurden auch schon drei FDM Module unterrichtet.
Selbst dort scheint man sich heute noch an die FDM Seminare zu erinnern- so dass die ehemaligen Schüler noch jetzt mit dem FDM Daumen grüssen:
Die FDM Therapeuten aus Vladikavkaz im Mai 2016
Nächster neuer Ort für FDM Seminare wird Chelybinsk sein- weiter östlich gelegen und mit über einer Million Einwohner etwas größer als Krasnodar.
Das Fasziendistorsionsmodell ist damit in Russland weiter auf dem Vormarsch. Es wurde schon ein eigener russischer FDM Verband gegründet, welcher die ausgebildeten FDM- Therapeuten besser einbinden und für die Qualitätssicherung sorgen soll.




Samstag, 20. August 2016

Osteopathiegesetz: Bayern macht Druck

Laut dem Bundesverband Osteopathie (bvo) mit Sitz in Bad Alexandersbad, haben zwei Abgeordnete des Bayrischen Landtages erneut Initiative in Sachen Osteopathie ergriffen. Die CSU- Abgeordneten Bernhard Seidenath und Klaus Holetschek stellten einen Antrag an die Bayrische Staatsregierung, abzuklären, welche medizinischen Berufsgruppen die Osteopathie nun eigentlich ausüben dürfen.

Seidenath, der Vorsitzender des Arbeitskreises Gesundheit und Pflege der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag ist, forderte mit Holetschek die Staatsregierung auf, sich für eine bundesweite Regelung einzusetzen. Diese solle Therapeuten Rechtssicherheit geben. Und wenn sich hier in absehbarer Zeit keine Initiave auf Bundesebene zeigen sollte, so schliessen beide einen bayrischen Alleingang nicht aus. Damit scheint Bayern das öffentlichkeitswirksam aktivste Bundesland in Deutschland zusein, wenn auf das Dringen nach einer Regelung für die Osteopathie geht. Bernhard Seidenath bezeichnet die Osteopathie als ganzheitliche, die Schulmedizin ergänzende Heilkunde. Da vor allem Physiotherapeuten in den letzten Monaten durch Gerichtsurteile zur Osteopathie verunsichert wurden, würde eine wie immer geartete Regelung vor allem ihnen mehr Klarheit geben.

Auch der Vorsitzende des bvo, Georg Schöner, kommentierte den Antrag der beiden CSU- Abgeordneten offiziell auf der bvo- Homepage. "Es kann nicht sein, dass ein Therapeut, der eine mindestens vierjährige osteopathische Ausbildung absolviert hat, sich bei der Ausübung seines Berufes in der rechtlichen Grauzone aufhalten muss", so Heilpraktiker Georg Schöner.

Die Erklärung des bvo unter
http://www.bv-osteopathie.de/de-home-news---1471520940.html
 


Freitag, 19. August 2016

Knackende Knie: Pathologisch oder normal?

Im Scientific American ist ein Kurzbeitrag über Knackende Knie in Videoform erschienen unter dem Titel: "Listen to the sound of knees cracking". Mit dem Untertitel "Knee sounds may offer knowledge for Rehab. Eavesdropping on the creaks and groans of an athlete’s knee could help doctors track healing after injury or surgery" wird über den Ingenieur Omar Inan berichtet, welcher Knackende Knie als neue Diagnosemethode nutzbar machen will. Inan selbst war Diskuswerfer und hatte in seiner aktiven Zeit beobachtet, dass neben Muskelkater zum Teil auch verstärkte Kniegeräusche auftraten. Inan und sein Team bei Georgia Tech gehen davon aus, dass bei Kniebeugung Knorpel und Knochen gegeneinander reiben. Das verursacht die Knirsch- oder Knackgeräusche am Knie, die er und sein Team aus Physiologen und Ingenieuren mit winzigen Mikrofonen hörbar machen. Inan gibt an, dass die Geräusche unbeständiger und irregulärer bei verletzten als bei gesunden Knien sind. Leider gibt der kurze Bericht nicht an, ob die Definition von "gesund" und "krank" nach rein objektiven oder rein subjektiven Kriterien geschieht oder beides gemischt. Omar Inan gibt aber an in einer Sequenz in der eine humpelnde junge Frau mit Orthese zu sehen ist, dass Ärzte anhand der Kniegeräusche einen Heilungsverlauf beurteilen könnten. Oder Patienten in der Rehabilitation besser Anweisungen über den angezeigten Grad der bereits möglichen Belastung oder bei akuten Knieverletzungen zur Operationsindikation geben könnten.
Der Kurzbericht vom Scientific American über Kniegeräusche und Omar Inan:
http://www.scientificamerican.com/video/listen-to-the-sounds-of-knees-cracking/

FDM in Afrika: Erstes FDM Seminar in Nairobi

In Nairobi (Kenia) findet an diesem Wochenende das erste Seminar im Fasziendistorsionsmodell nach Typaldos (FDM) statt. FDM Instruktor ist der Wiener Facharzt für Rehabilitative und Physikalische Medizin und Vize- Präsident der Europäischen FDM Association (EFDMA), Dr. Lukas Trimmel.
In Afrika gab es bereits erste Seminare in Burkina Faso durch den Gründungspräsidenten der EFDMA, Dr. Georg Harrer.
Auch Therapeuten aus Benin und umliegenden Ländern besuchten die Kurse und gemeinsam wurde die afrikanische FDM Association (Société Africaine du Modèle de Distorsion Fasciale= SAMDF) gegründet.FDM IC Therapeut Matt Booth aus Boise, USA hat vor kurzem einen Crowdfunding Aufruf gestartet, um ddie Arbeit in dem bürgerkriegsgeschüttelten Burkina Faso fortzuführen.
Der Aufruf von Matt Booth ist hier zu finden:
http://osteopathie-blog.blogspot.de/2016/08/fdm-therapie-in-afrika-crowdfunding.html
Mit den Kursen in der 3 Millionen Metropole Nairobi wird nun ein weiterer Schritt getan, das FDM in Afrika weiter zu etablieren und den dortigen Menschen eine schnelle und kostengünstige Therapiemethode zugänglich zu machen.
Veranstalter des ersten FDM Seminares in Kenia ist das Premiere Rehab Center in Nairobi vom 19.-21.8 2016 von 8.00 Uhr bis 17.00 Uhr.
Weitere Informationen unter:
https://allevents.in/nairobi/fascia-distortion-model-level-1/255731491476024?utm_source=aeplugins&utm_medium=city-plugin&utm_campaign=ref-nairobi-infos.com#

Faszientherapie: Sendung im rbb mit Dr. Ulf Marnitz

Im rbb ist ein kurzer Beitrag zu Faszien und zur Faszientherapie gesendet worden. Experte für die Faszien und Faszienbehandlung (im Bericht Faszienmassage genannt) ist der Unfallchirurg, Orthopäde und Sportmediziner Dr. Ulf Marnitz aus Berlin. Dr. Ulf Marnitz berichtet interessanterweise das genaue Gegenteil von dem, was kürzlich der Völklinger Orthopäde und Unfallchirurg Dr. med. Matthias Kern in einem Bericht über Faszien in sr3 (Saarlandwelle) konstatiert hatte. Dr. Kern sprach davon, dass man Faszien nicht mit zuviel Druck behandeln darf, sonst wäre man im Muskelgewebe....Dr. Marnitz hingegen erklärt, dass man die Faszien, die er als derbe Struktur bezeichnet, mit viel Druck behandeln müsse, um Verklebungen im Bindegewebe zu lösen, bzw. (sinngemäss) damit die Faszien überhaupt auf die Behandlung ansprechen würden. Zwei Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie, zwei konträre Meinungen.....Sind die Faszien im Saarland vielleicht anders als in Berlin? Oder resultieren die Erkenntnisse zum Teil nicht aus Beobachtungen der Praxis sondern aus theoretischem Wissen?
Hoffen wir, dass ein Sender im Rahmen des Faszienhypes eine Diskussionsrunde mit beiden ins Leben ruft, um diese Fragen zu erörtern.....

Der Beitrag im rbb mit Dr. Marnitz ist zu finden unter
http://www.inforadio.de/programm/schema/sendungen/rbb_praxis/201608/51578.html


Mittwoch, 17. August 2016

Osteopathieabrechnung: Video von hpo

Die Berufsvereinigung für heilkundlich praktizierte Osteopathie hpo hat ein kurzes Video veröffentlicht mit Tipps zur Osteopathieabrechnung für Heilpraktiker HP.
In dem Video gibt Dozent HP Bastian Willig einen kurzen Einblick in sein Seminar für Heilpraktiker zur Gebührenabrechnung. Willig empfiehlt grundsätzlich nach den Ziffern und Sätzen der Gebührenordnung für Heilpraktiker GebüH abzurechnen- auch wenn es sich um Rechnungen für gesetzlich Versicherte handelt.
Das Video ist zu finden unter:
https://www.youtube.com/watch?v=45OY4xytWWA


Dienstag, 16. August 2016

Wieder ein Buch über das Fasziendistorsionsmodell erschienen!

Neben dem neuen FDM Lehrbuch von FDM Instruktor Markus Nagel im Haug Verlag gibt es nun ein weiteres neues Buch zum Fasziendistorsionsmodell. Geschrieben hat es FDM Therapeut Georg Grasser aus Erlangen, einer der ersten FDM- Therapeuten in Europa.
Georg Grasser ist FDM- Therapeut mit dem International Certificate (IC) der European FDM Association (EFDMA). Er hat noch bei dem Begründer des FDM, dem us- amerikanischen Arzt Dr. Stephen Typaldos D.O. das FDM erlernt. Nach einer mehrjährigen Praxis und dem Tode von Dr. Typaldos besuchte Georg Grasser weitere FDM Kurse bei den von Dr. Typaldos noch authorisierten Lehrern Dr. Georg Harrer und FDM Seminare in Japan bei Keisuke Tanaka FDM O.. Er übt das Fasziendistorsionsmodell nach Typaldos in seiner FDM- Praxis in Erlangen mit den FDM- Therapeuten Katja Schegg und Robert Heidemann aus.
Grasser beschreibt in seinem Buch zum Fasziendistorsionsmodell "Faszinierend schmerzfrei!
Das praxisorientierte Rückenbuch" auch Eigenübungen für Patienten nach dem FDM. Die FDM- Selbstbehandlungen sind einfach erklärt und bildlich dargestellt.
Das Buch ist mit 30 Euro für 166 Seiten und 103 illustrierten Farbseiten für einen wirklich fairen Preis erschienen. Dr. Reinhard Sittl, seit 2002 Leiter des Zentrums für Interdisziplinäre Schmerztherapie an der Universitätsklinik Erlangen-Nürnberg, hat das Geleitwort zu diesem neuartigen FDM- Buch verfasst.
Zu bestellen im FDM Shop "FDM Toolbox"




Sonntag, 14. August 2016

FDM Arbeitskreis am 15. September in Bremen

Der FDM Arbeitskreis Bremen findet nach dem Sommer zum ersten Mal wieder am 15. September 2016 in der Zeit von 19.30 Uhr bis etwa 21.30 Uhr statt.
Die Leitung und Organisation des Fasziendistorsionsmodell Arbeitskreises Bremen hast EFDMA Instruktor Dr. med. Detlef Meyer. Der FDM Arbeitskreis wird im Fortbildungszentrum Fobize an der Schlachte stattfinden. Weitere Informationen hierzu und Anmeldung per Email bitte an Dr. Meyer unter
docmeyerbremen@web.de

Auch in diesem FDM Arbeitskreis wird es um Patientendiagnosen und -behandlungen gehen.
Die Teilnahme an den EFDMA Arbeitskreisen ist EFDMA Mitgliedern vorbehalten, die bereits das Basic Certificate nach Absolvierung der Prüfung nach FDM Modul 1 bis 3 erworben haben.



 

Zylinderfaszien: Die blauen Flecken auf dem Rücken von Michael Phelps

Screenshot eines Presseartikels über die blauen Flecken bei Phelps.
Jeder hat sie gesehen: Die blauen Flecken auf dem Rücken von Goldmedaillengewinner Michael Phelps. Fast alle Medien berichteten darüber und klärten über das sogenannte Schröpfen auf. Das sind Gläser, die mit Unterdruck auf die Haut gesetzt werden. Früher erzeugte man den Unterdruck durch Feuer, heute meist Schröpfer mit einer Pumpe oder durch vorheriges Zusammendrücken, wenn es Gummischröpfer sind.
In der Naturheilkunde galt die so erzeugte Mehrdurchblutung als heilungsfördernd. Im Fasziendistorsionsmodell geht man von einer mechanischen Korrektur der oberflächlichen spulenartigen Zylinderfaszie aus. Dieses Gewebe kann nach dem Fasziendistorsionsmodell (FDM) ein Gefühl der Verspannung erzeugen. Gut vorstellbar, dass nach einer mechanischen Korrektur das Gewebe um die Muskulatur besser arbeiten und die abwechselnden Muskelkontraktionen und - entspannungsphasen unterstützen kann. Im Spitzensport wird das FDM schon vielfach eingesetzt, unter anderem vom Physiotherapeuten Klaus Eder, der das deutsche Olympiateam betreut. Oder von Nicolas Unternährer, der die Fussballer vom FC Basel, dem schweizer Meister, damit versorgt.
Gut möglich, dass Schwimmer Michael Phelps bei seinen Siegen von den gut funktionierenden Zylinderfaszien profitiert hat. Auf jeden Fall wurde das Schröpfen mit einem Mal stark in die öffentliche Wahrnehmung gerückt.



Faszienhype: Bericht bei SR3

Die Saarlandwelle (SR3) hat einen Bericht zu Faszien gebracht. Als Experte ist der Völklinger Orthopäde und Unfallchirurg Dr. med. Matthias Kern im Studio. Dr. Kern berichtet einige physiologische und antomische Details zu Faszien und geht dann zur Therapie über. Seiner Meinung nach darf nicht mit zu starkem Druck gearbeitet werden, sonst ist der Therapeut im Muskel- und nicht im Fasziengewebe. Er gibt zwar zu, dass das Fasziengewebe dazwischen auch mitbehandelt wird- aber es würde nur an den Muskel herangedrückt und nicht behandelt werden.
Interessant. Damit wären nach Dr. Kern im Fasziendistorsionsmodell auschliesslich Zylindertechniken und evtl. noch Tektonische Techniken Faszientechniken. Alles andere muss Muskeldistorsionsmodell (MDM) genannt werden. Die klassische Massage arbeitet nach Dr. Kerns Ansicht tiefer auf dem Muskel- und nicht auf dem Fasziengewebe.
Der ganze Bericht über MDM unter:
http://www.sr.de/sr/sr3/themen/ratgeber/faszien100.html

Samstag, 13. August 2016

Rubber Hand Illusion: Multisensorische Wahrnehmung

Wie gewichtet unser Organismus seine Wahrnehmung? Welcher Sinn ist dominant im Konstruieren unserer eigenen Wirklichkeit? Ist das, was wir wahrnehmen wirklich immer das, was der Realität entspricht?
Der Psychologie- Professor Lawrence Rosenblum von der University of California hat dazu ein recht interessantes Experiment mit der BBC Reihe "Horizon" zur multisensorischen Wahrnehmung veröffentlicht. Rosenblum suggeriert durch unterschiedliche Reize mit einem Pinsel und durch Sehen, dass den Versuchspersonen eine Plastikhand gehört. Gegen Ende des Experimentes schlägt er mit einem Hammer auf die Plastikhand und die Betroffenen erschrecken sich nicht nur durch den schnellen Schlag sondern empfinden es als Schlag auf die eigene Hand. Durch ein vorheriges Streichen mit einem Pinsel auf der Plastik- und der nicht sichtbaren eigenen Hand entstand vielen Teilnehmern dieser Eindruck.
Rosenblum zeigt, dass das was das Auge sieht, nicht der Realität entsprechen muss. Denn das was es nicht sieht (dass die eigene Hand mit einem Pinsel bestrichen wird), gerät kurz in den Hintergrund. Die Propriozeption wird also "überschrieben" (Rosenblum) von der visuellen Wahrnehmung. Er geht davon aus, dass sich also etwas im Gehirn ändert- was in dem Bericht "neuronale Plastizität" genannt wird. Das Gehirn könnte sich aufgrund von Erfahrungen verändern.



Von der anderen Seite rollt dies der deutsche Psychologe Prof. Peter Kruse auf. Prof. Kruse hatte stets im Grenzbereich von Organisationspsychologie und Physioneurologie geforscht (er ist leider im Juni 2015 im Alter von 60 Jahren verstorben).
In einer Interviewsequenz auf Youtube erläutert Prof. Kruse neuronale Plastizität anhand der Reaktionen von Menschen auf wachsende Komplexität. Er verweist als effektivste Lernstrategie auf die Intuition. Intuition bedeutet, dass "unser Gehirn Muster gelernt hat, die jenseits des rationalen Verstehens hilfreich sein können".
Mit seiner Firma nextpractice GmbH war er vielfältig als Unternehmensberater tätig. Wie Kruse in der Interviewsequenz ausführt, hat er bei der Intuition von Führungskräften stets darauf geachtet, ob die Intuition, welche vermutlich zu einem bestimmten Zeiutpunkt hilfreich war, jetzt adaptiert wurde, wenn sich Rahmenbedingungen geändert hatten. Denn Intuition ist nach Kruse stets der jetzigen Situation anzupassen- wenn ich meine Intuition von gestern auf die heutige Situation übertrage, dann "glaube ich mir zwar selbst, dass dies alles so richtig ist", aber es kann jetzt nicht hilfreich sein. Aus diesem Grund hatte Kruse ein Interviewverfahren in seiner Arbeit als Unternehmensberater entwickelt, in der er kollektive Intuition sammelt- also Intuition von vielen.
Wie Intuition entwickelt wird und was dann genau der Lerneffekt ist, wenn ich doch anhand der geänderten Rahmenbedingungen meine Intuition ändern muss- das wird in dieser Interviewsequenz auf Youtube leider nicht angesprochen.
Aber das Thema, dass die Wahrnehmung einmal geprägt wurde aus Erfahrungen und nun so bleibt.....trotz sich ändernder äusserer Umstände.



Eine Therapieform wie das Fasziendistorsionsmodell kann aus den Arbeiten von Rosenblum und Kruse selbstreflektorische Erkenntnisse schöpfen, aber auch die Aussenwahrnehmung schulen.
Haben wir selbst als Therapeuten eine Intution ausgebildet, die die von gestern und jetzt nicht der Situation angemessen ist? Wenn wir das bejahen können (für uns ist es ja so sowieso richtig ;), können wir das Augenmerk auf den Patienten richten: Wieviel Authentizität steckt noch in der Propriozeption? Was hat das Auge schon auf Wikipedia gelesen, was das Ohr beim Arzt oder Therapeuten vor der jetzigen Sitzung gehört?
Zu beobachten ist, dass der sechste Sinn durch die anderen fünf nur unterdrückt, aber nicht verfälscht werden kann.



Muss man wissen

Dafür brauchen wir die WHO

Leider ist es etwas untergegangen, aber im Juni schon veröffentlichte die Weltgesundheitsorganisation WHO ein "Fact sheet" zur "Physical activity.....

Da stand (unter anderem) zu lesen:

80 % der Weltbevölkerung bewegen sich nicht genug.  Und Nicht- Bewegung ist unter den Top Ten der Risikofaktoren weltweit die zum Tode führen.
Sowie: Die WHO Mitgliedsstaaten haben sich darauf geeinigt, bis 2025 die Bewegungsrate der Bevölkerungen um 10 % zu erhöhen (Bessere Ergebnisse als auf jedem Klimagipfel).
Die WHO klassifiziert nach Lebensjahren und definiert in Minuten, wieviel Bewegung notwendig ist.

Das Ganze unter:
http://www.who.int/mediacentre/factsheets/fs385/en/

Lesenswerter Artikel dazu:
http://www.heise.de/tp/artikel/49/49084/1.html 

Ferndiagnose ReFolding

Freitag, 12. August 2016

Faszientherapie Schweiz: Praxis von Roman Boss in Bern

Der FDM- Therapeut Roman Boss hat in Bern (Schweiz) eine Praxis für Fasziendistorsionsmodell und Physiotherapie eröffnet. Die Boss FDM und Physio GmbH hat in diesem Sommer den Betrieb aufgenommen.
Der nach dem Curriculum der European FDM Association (EFDMA) zertifizierte FDM- Therapeut Roman Boss praktizierte das Fasziendistorsionsmodell bereits an der Hirslanden Klinik in Bern.
Das Fasziendistorsionsmodell in der Schweiz verbreitet sich kontinuierlich und immer mehr Praxisbetriebe bieten die Faszientherapie für Ihre Patienten an. Roman Boss hat das FDM unter anderem bei dem Initiator für das Fasziendistorsionsmodell in Europa, dem Wiener Arzt Dr. Georg Harrer, erlernt. Durch die hohe Patientennachfrage war es an der Zeit eine eigene Praxis für FDM zu eröffnen.
Die Boss FDM und Physio GmbH befindet sich am Kornhausplatz 7 in Bern. Für weitere Informationen und Terminvereinbarungen verfügt die GmbH über eine eigene Website. Diese ist zu erreichen unter:
http://bossfdm.ch/

Fasziendistorsionen: EFDMA stellt Zeichnungen von Keisuke Tanaka FDM O. online

Die europäische FDM Association EFDMA hat Illustrationen zu den sechs Fasziendistorsionen von dem japanischen FDM Instruktor Keisuke Tanaka FDM O. online gestellt.
Keisuke Tanaka FDM O. ist langjähriger Schüler des Begründers des Fasziendistorsionsmodells (FDM) Dr. Stephen Typaldos D.O.. Dr. Typaldos verstarb im Jahre 2006 an einer Herzattacke in seinem 49. Lebensjahr. Vorher hatte er als seine beiden Schüler, den Wiener Arzt Dr. Georg Harrer und Keisuke Tanaka FDM O. zertifiziert, das FDM weiterzuverbreiten.
Dr. Harrer gründete mit einigen anderen FDM Therapeuten die EFDMA, um in Europa einheitliche Qualitätsstandards zu schaffen. Keisuke Tanaka FDM O. gründete die FDM Asian Association (FAA) in Japan.
Die Zeichungen von Keisuke Tanaka FDM O. sind exklusiv ausschliesslich für Mitglieder der EFDMA im Memberbereich herunterzuladen.

Dienstag, 9. August 2016

Leben ohne Schmerzen: Nacktmull

Eine Säugetierart gibt es, die ein Leben ohne Schmerzen kennt: der Nacktmull. Bei diesem in Ostafrika lebenden Nagetier konnte keine Substanz P (P für Pain) in der Haut festgestellt werden. Substanz P ist essentiell für unsere Schmerzwahrnehmung. Sie sendet die Schmerzsignale an das Zentrale Nervensystem. Fehlt diese Substanz, werden folglich keine Schmerzen übertragen. Nacktmulle können wohl Affektionen der Haut wahrnehmen, aber empfinden keinen Schmerz. Auch beispielsweise das typische Kratzen wie bei anderen Nagetieren sieht man bei ihnen nicht.
Angenommen wird, dass der Organismus der Nacktmulle sich dem Leben in Kohlenstoffdioxidreichen Erdhöhlen angepasst hat. Denn wenn man Ihrem Körper Substanz P implementiert, dann reagieren sie zwar schmerzempfindlich auf Stoffe wie Capsaicin (in Paprika und Chillis), welches das uns bekannte Brennen verursacht, aber nicht auf Säuren.
Interessant auch, dass Nacktmulle ausserordentlich lange leben. Sie übertreffen andere Nagetiere deutlich mit ihrer Lebenswerwartung (ein Exemplar soll mindestens 28 Jahre alt geworden sein) nach einem Artikel zweier Forscher der Unis New York und Cape Town. http://sageke.sciencemag.org/cgi/content/full/2002/21/pe7
Und: Nacktmulle trinken nicht, sie nehmen die benötigte Flüssigkeit ausschliesslich mit der Nahrung auf.
Ob die Folgen sind, dass sie deswegen so gut wie gar kein Tumorwachstum und eine Spitzen-  Gefässqualität bis ins "hohe Alter" haben, wäre eine zu untersuchende Frage. Alleine leben kennen die Nacktmulle nicht. Mindestens 75 leben immer zusammen, auch mal mehr.
Die Forschung findet diese Tiere selbstverständlich hochspannend und die Entwicklung von Substanz P- Antagonisten in der Schmerztherapie bei Menschen wurde durch den Nacktmull mit inspiriert.
Würde ein Nacktmull in einer Gesundheitssendung auftreten und nach Gesundheitsstipps gefragt werden: "Lebt in Gruppen zusammen, trinkt nicht und lasst Euch Substanz P- Antagonisten prophylaktisch spritzen!" wäre dies für viele........überraschend.
Das Tier bietet Raum für neue Interpretationen und natürlich die Frage, welchen Sinn hat unsere Schmerzwahrnehmung hat.
https://en.wikipedia.org/wiki/Naked_mole-rat#cite_note-24





Montag, 8. August 2016

Damals

Rückenfaszie: Relevant bei Kreuzschmerzen?

Die Rückenfaszie: Schmerzen nach der Gartenarbeit in gebückter Haltung, Schmerzen nach dem Haarewaschen über der Badewanne, Morgendliche Steifheit im Rücken.....der Physiologe Graham Mitchell zeigt anhand des Halses einer Giraffe die Funktion des Bindegewebes.
http://www.srf.ch/play/tv/einstein/video/giraffe-unter-dem-messer?id=be2e4e58-4c21-4dca-b609-f49a05f0d081

Interessante Studie über die Innervation der Rückenfaszie der Universität Heidelberg von Jonas Tesarz: Die unterschiedlichen Schichten der Rückenfaszie (Fascia Thoracolumbalis) haben eine sehr reiche, aber unterscheidliche Innveration. Es bestehen viele Rezeptoren für Substance P (P= Pain). Was uns annehmen lässt, dass dies eine Quelle für Rückenschmerz sein könnte.
Rückenfaszie Innervation
Fazit von Tesarz:
Die Studie könnte neue Wege für therapeutische Konzepte in der Behandlung von Rückenschmerzen aufweisen. FDM Therapeuten hingegen könnten nur eine bessere Bestätigung erhalten, wieso wir so häufig Triggerbänder im unteren Rücken sehen und Triggerbandbehandlungen durchführen müssen.

Der Forscher Serge Gracovetsky erläutert seine Ideen zur Funktion der Rückenfaszie (leider zum Teil als Wahrheit) https://www.youtube.com/watch?v=B-SMUA3QfVw




FDM- Therapie in Afrika: Crowdfunding

FDM- Therapeut Matt Booth (FDM International Certificate) aus den USA plant das Fasziendistorsionsmodell nach ersten FDM Seminaren in Afrika (Burkina Faso) fortzuführen.
Dazu hat er einen Spendenaufruf verfasst, der auf dem Portal "gofundme" veröffentlicht wurde. In dem Aufruf stellt sich Matt Booth vor und wirbt für Spenden für das FDM Projekt in Afrika.
Hier der Originalaufruf "Bring Manual Therapy to Africa" von Matt Booth (auf englisch). Für Spendenwillige zu finden unter :
https://www.gofundme.com/FDMtoAfrica

My name is Matt Booth, and I am a physical therapist in Boise, Idaho.
I have been fortunate to be invited by a physician friend in Burkina Faso, a country in west Africa, to help teach a new model of assessment and treatment for musculoskeletal pain, the Fascial Distortion Model (FDM).  We will be holding a training course in FDM in November, 2016, for physicians and physical therapists in a small town in Burkina Faso.  This will bring enormous benefit to the community to teach their healthcare practitioners a style of fast treatment for relief of pain and stiffness that requires no tools or special medical equipment, as the resources in that area are quite limited.
Money raised for this trip will cover my airfare and costs during the trip (so I do not bring a burden to the local people), as well as fundraising for the startup of a local treatment clinic by Dr. Abdel Traore.  Donations could also come in the form of clinic equipment, with donated money helping to ship these items to Africa.
One of my FDM practitioner friends in Africa remarked how he can have any of 60 different languages or dialects come into the clinic on any given day, but the clinic staff can only get by in 15 languages.  FDM allows them to bridge the verbal gap with their patients, which is especially helpful without the assistance of a "Call-a-Translator" phone line.  This is because FDM emphasizes translating the patient's often subconscious hand gestures they use when describing pain, stiffness, numbness, tingling, etc.  He also remarked that in his area of Africa, "We will not have the money for a beautiful surgical suite, an MRI machine, or a CT scanner.  We have our eyes, our brains, and our hands."  With FDM, that covers most of what they need.
For those that want to know more about FDM - it is a medically-based model of assessment and treatment originated by an American physician, Stephen Typaldos, DO.  Dr. Typaldos recognized over time with clinical experience that patient used their hands to describe different symptoms.  In all, he categorized six different sets of conditions, each with its own clinical presentation and hand gestures.  The hand gestures could be: pointing to a sharp painful spot with one fingertip, drawing a line of burning pain with the fingertips, pushing into a deep achy spot in a muscle with multiple fingertips, and more.  Each condition is matched with a set of hand signals, which allows the clinician to employ the best manual therapy technique for that condition with less time wasted to guesswork.  It amazes me that with all the breakthroughs in medical and physical therapy research, no other person I know of has identified the relationship between hand gestures and different musculoskeletal conditions.
The amazement and excitement I have had by adding FDM into my clinical practice, as well as seeing the astonishment in physician's faces when seeing the sometimes hard to believe results themselves is what drives me to help spread FDM to other healthcare providers.
I hope you are motivated to help spread FDM to a needy area of Africa, and to help start a clinic in a remote town that has almost no resources for medical care.

Mittwoch, 3. August 2016

FDM Therapeut bei Marburg

Der FDM Therapeut Matthias Nickel hat im hessischen Biedenkopf (bei Marburg) eine eigene Praxis eröffnet, in der er das Fasziendistorsionsmodell nach Typaldos anwendet.
Matthias Nickel ist von der Europäischen FDM Association zertifizierter FDM Therapeut. Nach der Ausbildung und Tätigkeit als Physiotherapeut, absolvierte er 2015 seine Heilpraktikerprüfung.
Die neue Praxis befindet sich in der Fritz- Henkel- Strasse 41 in Biedenkopf.
 

Montag, 1. August 2016

Subjective Complaints Zylinderdistorsion

Osteopathieregelung. Bayrischer Landtag. Katastrophe.

Laut der "Berufsvereinigung für heilkundlich praktizierte Osteopathie e.V.", kurz "hpo", hat der Bayrische Landtag kürzlich über die Ausübung und mögliche Ausbildung der Osteopathie beraten und einen Beschluss gefasst. Diesen Beschluss mit seinen drei möglichen Optionen hält der erste Vorsitzende des hpo, Jürgen Gröbmüller für "katastrophal".
Demnach soll es als erste Möglichkeit ein eigenes Berufsbild mit Parallelregelungen wie in anderen weisungsbefugten Zweigen wie Physiotherapie, Ergotherapie, Podologie und Logopädie geben. Zweite Möglichkeit: Eine bayernspezifische Vereinbarung zur Osteopathie wie in Hessen.... Stichwort WPO Osteo. Oder, als dritte Option könnte die Osteopathie, vorstellbar sogar auf Bundesebene, in die Physiotherapie integriert werden.
Alle drei an die Bayrische Staatskanzlei vom bayrischen Landtag vorgebrachte Möglichkeiten lassen natürlich das Herz der Osteopathieverbände nicht gerade höher schlagen, da es eher Degradierung als eigenen Berufstand bedeutet.
Gerade in Bayern sah es in diesem Jahr so aus, als wenn es das Bundesland mit der höchsten Vernetzung zwischen Osteopathieverband (bvo) und Politik und auf einem guten Wege sei, von hier aus ein Berufsbild Osteopathie zu initiieren.
Der Kommentar der hpo ist hier nachzulesen:
hpoOsteopathieKatastrophe