Donnerstag, 15. Dezember 2011

Osteopathie und Krankheitssymptome: Übernimmt Techniker Krankenkasse ab 2012 Kosten ?

Die gesetzliche Techniker Krankenkasse (TK) schreibt auf ihrer Internetseite, dass sie ab 2012 ihren Mitgliedern 80 Prozent bei sechs osteopathischen Behandlungen bezahlen will, wenn diese ein Arzt anweist und der osteopathische Behandler bestimmte Qualitätskriterien erfüllt.
Nach den Behandlungen kann man die Kostennote vom für die TK geeigneten osteopathischen Behandler zusammen mit der Anweisung des Arztes einreichen. Bei positivem Bescheid überweist die Techniker Krankenkasse dann die anteilige Kostenübernahme auf das angegebene Konto des Mitglieds.
Vom Ablauf her genau wie bei den privat Versicherten, wenn diese sich derzeit in einer Osteopathiepraxis behandeln lassen. Diesem Schritt der Techniker Krankenkasse muss aber noch das Bundesversicherungsamt zustimmen, da es sich um eine Satzungsänderung der TK handelt.
Der osteopathische Behandler muss wenigstens in einem der vier Verbände Bundesverband Osteopathie (bvo), Deutsche Gesellschaft für Osteopathische Medizin (DGOM), Register der traditionellen Osteopathen in Deutschland (ROD) oder Verband der Osteopathen Deutschland e.V. (VOD) Mitglied sein.
Etwas fragwürdig mutet die Definition einer osteopathischen Behandlung seitens der TK an. Nach der Techniker Krankenkasse soll die Osteopathie den "Abbau von Blockaden" und "die Wiederherstellung des Gleichgewichts aller Körpersysteme" im Mittelpunkt ihrer Arbeit haben. Beim Studieren der Texte über die Osteopathie durch TK- Experten muss man sich als an der Osteopathie interessierter Patient doch folgende Fragen stellen: Bleibt das dann für immer im Gleichgewicht nach einer osteopathischen Behandlung oder muss man im Anschluss ständig zum Osteopathen rennen? Wer bezahlt das, wenn das mehr als sechsmal benötigt? Wenn das immer wieder aus dem Gleichgewicht läuft?
Es heisst weiter im Scheiben der TK: "Sie richtet sich nicht auf die Behandlung der eigentlichen Krankheitssymptome." Spannend zu lesen, wie die Osteopathie den Patienten mit seinem Handlungsauftrag interpretiert, wenn sie sich nicht auf "die Behandlung der eigentlichen Krankheitssysmptome" ausrichtet. Ist "das Gleichgewicht aller Körpersystem" auch ein "eigentliches Krankheitssysmptom"? Wenn ja, darf das dann ein Osteopath überhaupt behandeln?
Die Definition der Osteopathie auf der Internetseite der TK wirkt noch etwas unpräzise und dadurch eher weniger einladend. Es repräsentiert aber gleichzeitig auch den Weg, den die Osteopathie momentan einschlägt.

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