Mittwoch, 25. Mai 2011

Das Fasziendistorsionsmodell im viszeralen Bereich

Das Fasziendistorsionsmodell (FDM) wird zur Zeit hauptsächlich am Bewegungsapparat genutzt. Behandlungen von Beschwerden im viszeralen Bereich überlassen viele FDM- Therapeuten der Osteopathie.
Dabei erfolgt die FDM- Behandlung im viszeralen Bereich denselben Prinzipien wie am Bewegungsapparat.
Meist sind es Triggerbänder oder hernierte Triggerpunkte (HTP), die als Beschwerden im viszeralen Bereich deutlich werden. Der Begründer des Faszien Distorsions Modells, der us- amerikanische Osteopath und Notfallmediziner Dr. Stephen Typaldos, wies bei der Beschreibung der FDM- Herangehensweise bei viszeralen Beschwerden aber daraufhin, dass der FDM- Behandlung eingehende internistische Untersuchungen vorangehen sollten. Das FDM sollte keineswegs als Ersatz für die konventionelle internistische Medizin dienen.
Wichtig ist es im viszeralen Bereich nach Typaldos, dass Triggerbänder und Hernien genauestens palpiert werden, bevor die FDM- Behandlung beginnt. Es kann zum Auftreten von mehreren hernierten Triggerpunkten nebeneinander kommen. Hier ist es gut, die Stelle danach zu "melken", damit die Faszienschichten sich wieder besser verschliessen können
Bei den Triggerbändern ist es nach Typaldos wichtig, sich durch die Gewebeschichten zu wühlen und in den schmerzhaften Bereich  zu gehen, bis man das Triggerband in Richtung Becken oder Brustbein richtig mit dem Daumen ausdreht. Da es auch im viszeralen Bereich zu chronischen Triggerbändern, also Triggerbändern mit Adhäsionen, kommen kann, ist das Auftreten zuerst von vermehrtem Schmerz und blauen Flecken nach der Behandlung nicht ungewöhnlich.
Zu beachten ist, dass die Patienten- Fälle die Dr. Stephen Typaldos als FDM- Behandlung für den viszeralen Bereich in seinen Schriften beschreibt, gewöhnlich im Rahmen eines Krankenhausaufenthaltes stattfanden. Hier stehen natürlich diagnostisch und notfallmedizinisch ganz andere Mittel als in einer Praxis zur Verfügung. Deswegen sollte bei Fällen wie schmerzhafter Ovulation oder Pankreatitits, die Typaldos als Indikationen beschreibt, immer in diesem medizinischen Rahmen verfahren und verantwortungsvoll eine Behandlung abgewogen werden, um mögliche Folgen der Behandlung umgehend auffangen zu können.

Fasziendistorsionsmodell im Sport mit Klaus Eder und Dr. Georg Harrer

Am vergangenen Freitag, den 20. Mai 2011 fand in Hannover das erste Seminar FDM Level 2 zum Fasziendistorsionsmodell im Sport mit dem Physiotherapeuten Klaus Eder und dem Wiener Arzt und FDM- Instruktor Dr. Georg Harrer statt. Organisiert hatte das Ganze die Arbeitsgemeinschaft Interdisziplinäre Medizin (AIM) von Prof. Matthias Fink.
Die Einführung begann mit Klaus Eder. Er berichtete, wie er das Fasziendistorsionsmodell (FDM) kennengelernt hatte und wie er es seitdem im Spitzensport anwendet. Er würzte seinen Vortrag mit Anekdoten aus dem Sport.
Nach der Mittagspause behandelte dann Dr. Georg Harrer zwei Patienten nach dem Fasziendistorsionsmodell (FDM).
Anschliessend folgten die etwa 60- 70 Teilnehmer den Ausführungen von Klaus Eder zur Kombination des FDM mit anderen eher osteopathischen Konzepten, bevor Dr. Georg Harrer abschliessend einige typische Sportverletzungen, deren chirurgische Versorgung und die Behandlung und Diagnostik nach dem Fasziendistorsionsmodell vorstellte.
Er präsentierte Studien, unter anderem dass alle sieben Minuten in Deutschland ein Riss des vorderen Kreubandes diagnostiziert wird und welche Rolle das FDM zukünftig dabei spielen kann.

Unterschied: Fasziendistorsionsmodell und Osteopathie

Das Fasziendistorsionsmodell (FDM) und die Osteopathie werden immer wieder in Zusammenhang gebracht. Vielleicht geschieht dies durch die Tatsache, dass der Fasziendistorsionsmodell Begründer Stephen Typaldos D.O. neben seiner Tätigkeit als Notfallmediziner auch Osteopath war. Und auch heute noch finden viele Seminare in denen das Fasziendistorsionsmodell unterrichtet wird, im Rahmen von osteopathischen Einrichtungen statt.
Dabei könnte eigentlich der Unterschied zwischen FDM und Osteopathie nicht grösser sein: In der Osteopathie wird an eine über dem Menschen stehende Macht oder Kraft geglaubt. Der Begründer der Osteopathie, Andrew Taylor Still, erwähnte immer wieder die "Apotheke Gottes", die es durch den Einsatz der Hände des Osteopathen zu aktivieren gelte und sprach sogar davon, dass der Osteopath "seine Maschine, den sterblichen Menschen, mit treuer irrtumsfreier Hand" "beherrsche". Ob nun spätere osteopathische Ansätze von der "Tide", von den Selbstheilungskräften, der Lebenskraft, dem Primär Respiratorischen Mechanismus (PRM) oder dem kraniosakralen Rhythmus sprachen- es gab für diese ganzen osteopathischen Ansätze etwas Übergeordnetes. Es gibt demnach auch ein "Richtig", dass oftmals auch nur der Osteopath kennt und durch die Behandlung dem Patienten zugänglich macht. A.T. Still schreibt sogar in seinem Buch "Die Philosophie der Osteopathie" in Kapitel 2 unter "Osteopathische Erkundungen" vom "Anormalen".
Das Fasziendistorsionsmodell (FDM) glaubt daran, dass jeder Mensch seine Lösung selbst kennt. Den Ausdrücken und intuitiven Behandlungsansätzen der Patienten wird gefolgt und Glauben geschenkt. Schon die Begründung des FDM erfolgte eigentlich durch eine Patientin, die Dr. Stephen Typaldos bat, eine bestimmte Linie am Nacken (das jetzige Star Triggerband) nach ihren Anweisungen abzufahren.
Es gibt eine leichte Orientierung für FDM- Therapeuten, indem sie beurteilen, ob sich die Bewegung verbessert hat. Doch selbst das geschieht nur im Auftrag des Patienten. Denn sogenannte Tektonische Fixationen (Steifheit ohne Schmerz) werden von FDM- Therapeuten nur behandelt, wenn der Patient dies für wichtig erachtet.

Das Menschenbild von FDM und Osteopathie ist also grundlegend verschieden. Andrew Taylor Still spricht auch immer von Gesundheit, die es auch nach dem FDM nicht gibt. Das Fasziendistorsionsmodell geht eher davon aus, dass etwa 15 % unseres Körpers sich sowieso immer im Baustellenzustand befinden. Der noch von Dr. Stephen Typaldos selbst beauftragte FDM- Instruktor, der Wiener Arzt Dr. Georg Harrer, tritt für ein sogenanntes "Fetzen- Modell" des Körpers ein, wo mal etwas sich verdrehen oder rausquellen kann. Dies ist dem beispielsweise in der Osteopathie und auch der Orthopädie propagierten "Porzellan- Modell" des Menschen diametral entgegengesetzt.

Montag, 23. Mai 2011

Gallenblase und Fasziendistorsionsmodell

Im Falle eines akuten Steinabganges an der Gallenblase besteht nach Typaldos anhand der Körpersprache die Möglichkeit hernierte Triggerpunkte mit der HTP- Technik in der Region zu behandeln.
Der Begründer des Fasziendistorsionsmodells, Dr. Stephen Typaldos, D.O., konstatierte, dass eine Fasziendistorsion auch Anteil an den Beschwerden hat und mit dafür sorgen kann, dass der Stein nicht abgeht. Bei einer erfolgreichen Behandlung soll nach seinen Erkenntnissen neben der Schmerzreduktion auch ein Steinabgang möglich sein. Er empfahl auch hier das sogenannte "Melken" an der Durchtrittsstelle, um den Faszienschichten zu helfen, sich wieder zu verschliessen.
Einige Patienten geben Triggerbänder als Beschwerden an. Hier wird empfohlen, das Triggerband erst zu palpieren und dann weg von der Gallenblase zur Bauchmitte zu behandeln.
Keinesfalls soll TMT oder FDM als Ersatz für medikamentöse Behandlung dienen, sondern die Fasziendistorsionen behandeln, um rein den Schmerz zu minimieren oder verschwinden zu lassen. Denn das ist es, was die Patienten vordergründig dazu bringt, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Mittwoch, 18. Mai 2011

Schmerzen im Rahmen von Nierenschmerzen und Fasziendistorsionsmodell

Patienten mit Nierenschmerzen haben teilweise ganz akute Schmerzen. Nach dem Fasziendistorsionsmodell (FDM)kann dies durch ein Stück Gewebe entstehen, welches die Steine beim Abgehen behindert: Die sogenannte Flankenhernie. In den Anatomieatlanten der Prometheus Serie aus dem Thieme- Verlag wird sie als Hernie lumbalis superior im sogenannten Trigonum lumbale Grynfelti unterhalb der 12. Rippe eingezeichnet.
Betroffene drücken hier meist mehreren Fingern hinein um selbst zu lindern oder den Schmerz anzuzeigen. Diese Art der Gestik macht sich das Fasziendistorsionsmodell zunutze und nach Stephen Typaldos, dem Begründer des FDM muss mit sehr viel Druck das Gewebestück wieder hineingeschoben werden, weil es nach Typaldos möglicherweise den Abgang des Nierensteines behindert.
Teilweise zeigen Patienten noch eine Schmerzlinie, die bis vorne herumzieht. Dies ist nach dem FDM eine Verdrehung der bandartigen Faszie- ein sogenanntes Triggerband.
Die Körpersprache soll bei Pyelonephritis genauso sein wie bei Schmerzen durch Nierensteine, gab Typaldos an.
Diese Art von Flankenschmerzen wie im Rahmen der Flankenhernie tritt häufig nach dem Bücken nach vorne mit Verdrehung um unteren Rücken auf. Es kann nur angenommen werden, dass dadurch das Stück Gewebe besser austreten und Beschwerden durch Einklemmung verursachen kann.
Stephen Typaldos berichtet sogar davon, dass Patienten bei der FDM- Behandlung einer Flankenhernie währenddessen den Stein haben abgehen spüren.

Dienstag, 17. Mai 2011

Fasziendistorsionsmodell und Asthma

Das gewöhnliche medizinische Verständnis von Asthma besteht darin, dass es durch Verengungen in den Atemwegen zu Luftknappheit kommt. Die Verengungen sind meist ausgelöst durch einen Reiz von aussen, wenn der Körper überreagiert.
Stephen Typaldos D.O. hingegen machte zusätzlich ein Triggerband aus, welches von der Vorderseite zur Rückseite verläuft und an der Pleura festgemacht ist. Er nannte es das key bronchus fascial band (KBFB). Diese anatomische Besonderheit, die nach Typaldos nicht alle Menschen besitzen, kann in die Lungenbereiche gezogen werden und dort den "purse string effekt" auslösen, indem es alle Lungenstrukturen zusammenschnürt und somit Asthma verursacht. In diesem Zusammenhang sieht Typaldos Versuche des Körpers mit Husten oder Schleimproduktion als keine eigene Pathologie an. Sondern als für den Organismus sinnvolle Lösungsansätze, dieses key bronchus triggerband loszuwerden, das sich aufgrund der Präsenz des KBFB durch Reize von aussen gebildet hat. Für die Zukunft sah Typaldos den Lösungsansatz für das key bronchus triggerband in Laserbehandlungen oder chirugischen Eingriffen und den Einsatz von pharmazeutischen Mitteln zur Asthmabehandlung eher als temporäre Mittel.
Bisher gibt es keine bekannten Versuche, diese anatomische Struktur und Variante, die Stephen Typaldos key bronchus fascial band nannte, zu finden.
Es gibt viele Ansätze bei Typaldos, die die Pathologie selbst nicht als ausschlaggebend sehen, sondern als sinnvollen individuellen Versuch, mit den Gegebenheiten einer Situation fertigzuwerden- also als lösungsorientiert und unterstützenswert zu interpretieren.

Sonntag, 15. Mai 2011

Neue Videos von FDM Behandlungen bei YouTube

Der Präsident der japanischen FDM Association (FAA), Keisuke Tanaka FDMO, hat auf seinem Youtube Kanal neue Behandlungsvideos Anfang Mai eingestellt. Zu sehen ist unter anderem die Behandlung eines hinteren Schenkeltriggerbandes.
Tanakas spektakuläre Behandlungsvideos werden seit Jahren in und um FDM- Vorträge gezeigt und belegen eindrucksvoll die Effekte des Fasziendistorsionsmodells auch bei Beschwerden wie beispielsweise Stimmbeeinträchtigungen.
Diese und weitere Videos sind zu finden auf Keisuke Tanakas YouTube Channel unter
http://www.youtube.com/user/tanakaorthopathic

Samstag, 14. Mai 2011

Fasziendistorsionsmodell in der Kardiologie

Der Begründer des Fasziendistorsionsmodells (FDM), Stephen Typaldos D.O., hat in seinem Buch "Clinical and theoretical Application of the Fascial Distortion Model within the Practice of Medecine and Surgery" geschrieben, dass er sich den größten Einfluss des FDM in der Kardiologie verspricht. Das mag bizarr anmuten, wird das FDM dieser Tage hauptsächlich im Bereich des Bewegungsapparates vermittelt und angewandt.
Doch Typaldos übertrug das Konzept des FDM mit der Körpersprache auch auf Situationen bei einem myokardialen Infarkt. Bisherige Konzepte der Erklärung von Beschwerden bei Herzattacken gehen von Geschehen innerhalb der Gefässe aus. Stephen Typaldos hingegen nahm Fasziendistorsionen an der Aussenseite der Gefässe als mögliche Verursacher von Beschwerden hinzu. Nach Typaldos gibt es zwei verschiedene Arten von Fasziendistorsionen in diesem Fall: Triggerbänder und Zylinderdistorsionen. Als dritte Möglichkeit gibt es noch ein Mischung aus beiden.
Anhand der verbalen Beschreibungen und der Gestik zum Darstellen der Beschwerden ging Typaldos von Triggerband oder Zylinderdistorsion aus. Es kann auch zu einer Mischung der beiden Fasziendistorsionen an den Koronararterien kommen. Er nahm an, dass die Koronararterien verschiedene Aufbauten haben: Einige haben gekreuzte Fasern, einige spiralförmige und einige Mischformen- aber es gibt nach Typaldos auch Koronarterien ohne diese Fasern. Bei letzerem anatomischem Aufbau der Arterien am Herzen würde bei diesen Personen keine Gefahr eines Myokard- Infarktes bestehen.
Bei Menschen mit den gekreuzten Fasern ziehen die Schmerzen bis in den Arm, den Nacken und/oder über die Brust und die Betroffenen streichen mit einem oder mehreren Fingern entlang dieser Strecken zum Ausdrücken ihrer Beschwerden. Bei Betroffenen, die spiralförmig angeordnete Fasern haben, besteht nach Beobachtungen von Typaldos Brustenge, Druck in der Brust und Atemnot und es wird die Handinnenfläche auf die Brust gedrückt oder gelegt. Bei den Menschen mit den anatomischen Mischformen existiert beides.
Das von Typaldos für gewisse kardiologische Beschwerden postulierte Modell würde auch gut erklären, warum Stents so häufig eine adäquate Lösung sind: Weil sie nämlich die aussen liegenden Fasziendistorsionen gleich mit beseitigen und dafür sorgen, dass diese auch zukünftig keine Veränderung der Arterienwand (die dann für Anheftungen sorgen könnte) bewirken.
Als möglichen verursachenden Faktor für Zylinderdistorsionen vermutet Typaldos z.B. Änderungen im Blutdruck, die auf die Arterienwand eingewirkt und Verdrehungen bewirkt haben. So könnte bei Bluthochdruck zum Beispiel als Therapie zukünftig eine gezielte Intervention mit Hochdruck eingesetzt werden, um die Verdrehungen zu beseitigen.
Untersuchungen der italienischen Anatomin Carla Stecco könnten die Arbeitshypothesen von Typaldos bestätigen. Stecco präsentierte auf dem Fascia Research Course im letzten Jahr in Ulm Studien die zeigen, dass die äussere Schicht der Gefässe, die Adventitia, in die umliegenden Gewebe übergeht. Denkbar ist es, dass die Entstehung von Triggerbändern wirklich so von statten gehen könnte, wie Typaldos es einst angedacht hat: Durch Verletzungen, chirurgische Eingriffe, Infektionen oder Stoffwechselveränderungen des umliegenden Gewebes kommt ein Zug oder eine Verdrehung des Gewebes auf die Koronargefässe.
Die Behandlung sollte immer im intensivmedizinischen Bereich durch fachkundiges und mit dem FDM auf diesem Gebiet vertrautem Personal stattfinden, da nach Typaldos die Folgen auch negativer Natur sein können. Beispielsweise kann alleine die Richtung der Behandlung des Triggerbandes entscheidend sein.
Typaldos Ausführungen auf dem Gebiet der Kardiologie scheinen bisher nur wenig oder garnicht aufgegriffen worden zu sein- aber sie könnten eine große Bereicherung darstellen, einmal nicht nur verursachende Faktoren für Myokardialinfarkte innerhalb der Gefässe auszumachen.
Tragischerweise verstarb der Begründer des Fasziendistorsionsmodells und der Typaldos Manual Therapy (TMT) Anfang April 2006 an den Folgen einer Herzattacke, die er drei Tage nach seinem Geburtstag erlitten hatte.

Mittwoch, 11. Mai 2011

Fasziendistorsionsmodell und Morbus Sudeck (sympathische Reflexdystrophie)

Die zum Teil kuriosen Symptome beim Morbus Sudeck wie Überempfindlichkeit, Schwellung, Zittern und Schmerzen sind nach dem Fasziendistorsionsmodell (FDM) Folgen der Verdrehungen der spiralförmigen Fasern der Faszien. Diese als Zylinderfaszien bezeichneten Fasern besitzen komplexe Verdrehungen, die nach dem FDM vom sensorischen System des Körpers als Schmerz geäussert werden. Neben den Zylinderdistorsionen bestehen aus Sicht des FDM Verdrehungen der Faltfaszien, vor allem in den Septen der Muskelzwischenräume und in Membranen zwischen den Knochen und Verdrehungen der bandartigen Faszien, die Triggerbänder genannt werden. Wenn diese Strukturen Verdrehungen aufweisen, so können von aussen auf den Organismus wirkende Kräfte nicht mehr adäquat absorbiert werden und die Kräfte wirken direkt auf die Zylinderfaszien. Da diese Zylinderfaszien für ziehende und drückende Kräfte ausgelegt sind, können die ungefiltert wirkenden ungewohnten Kräfte zu Überlappungen der spiralförmig angeordneten Fasern führen.
Diese Überlappungen ziehen Verkürzungen nach sich, die wiederum zu einer Abklemmung in der Gefäßversorgung benachbarter Strukturen führen kann.
Die Behandlungen dieser Verdrehungen und Verkürzungen nach dem Fasziendistorsionsmodell ist für die Betroffenen zuallererst sehr schmerzhaft, was sich aber im Verlauf abmildert.

Das Fasziendistorsionsmodell und Fibromyalgie

Menschen mit langanhaltenden Schmerzen, die durch bildgebende Verfahren nicht erklärt werden können, bekommen öfter die Diagnose Fibromyalgie zu hören. Das frustrierende für die Betroffenen ist, dass dies meist keine befriedigende therapeutische Konsequenz und somit Hilfe zur Folge hat.
Nach dem Fasziendistorsionsmodell (FDM), das die Gestik beim Zeigen der Beschwerden durch die Patienten in eine therapeutische Intervention umwandelt, werden oftmals thorakal ziehende brennende Schmerzen angegeben. Nach dem FDM werden diese Gesten als Triggerbänder gedeutet. Dies sind Verdrehungen der bandartigen Faszien, welche Gelenke und Bereiche mit linearen Kräften vor rechtwinkligen Krafteinwirkungen schützen. Durch das Verletzen der queren Verbindungen der Bandfaszie (sogenannte Crosslinks), können sich neue Verbindungen bilden, die als Adhäsionen (Verklebungen) angesehen werden.
Nach Beobachtungen des Begründers des Fasziendistorsionsmodells, Stephen Typaldos D.O., soll es bei vielen Fibromyalgie- Patienten ursächlich einmal zu einer Verdrehung der dreidimensionalen Faltfaszien im Bereich der Wirbelsäule gekommen sein, die durch verminderte Stoßdämpferfunktion die bandartigen Faszien überlastet und verdreht haben.
Die Verkürzungen der verdrehten Fasern können nun auch sogar die Zylinderfaszien, die spiralförmig angeordnet sind und vorrangig nicht- gelenkige Bereiche vor Zug- und Kompressionskräfte schützen, mit beeinträchtigen.
Wichtig ist es, dass jede der sechs möglichen Fasziendistorsionen bei Fibromyalgie- Patienten, nacheinander angegangen wird. Meist zuerst chronische Triggerbänder und eine Gewebeprotrusion am Nacken (SCHTP). Später die Faltdistorsionen und schlussendlich Tektonische Fixationen, Kontinuum Distorsionen und zuletzt die Zylinderdistorsionen.

Dienstag, 10. Mai 2011

Fasziendistorsionsmodell und chronische Schmerzen

Nach dem Fasziendistorsionsmodell (FDM) wird die Chronizität eines Schmerzes nicht nach der Dauer bemessen, sondern nach dem anatomischen Zustand. Wenn massiv Verklebungen (Adhäsionen) zwischen den bandartigen Faszien gebildet wurden, dann wird dies nach FDM als chronisch bezeichnet. Häufig kann aus Sicht des Fasziendistorsionsmodells als ein Faktor in der Leidensgeschichte der Betroffenen mit chronischen Schmerzen (Adhäsionen) Ruhigstellung oder Schonung ausgemacht werden. Denn Muskelaktivität wird als ein wichtiger Mechanismus angesehen, der Verklebungen aufbrechen kann. In der Tat beschreiben viele Patienten zuerst Bewegung als „gut“, weil sie aus Sicht des Fasziendistorsionsmodells die Verklebungen (Adhäsionen) aufbricht. Aber es reicht scheinbar nicht aus, um die Adhäsionen in der Tiefe gänzlich anzugehen und zu beseitigen. Sie klagen über mehrere Bereiche, in denen die Bewegung in mehreren Richtungen eingeschränkt ist. Die Unfähigkeit der Betroffenen ihre Schmerzen genauer zu beschreiben oder zu zeigen wird von Medizinern oft als „psychosomatisch“ oder als Simulieren fehlgedeutet.
Aus Sicht des FDM haben diese Menschen so viele Fasziendistorsionen dadurch, dass die Verklebungen Fasziengewebe zu einem großen mächtigen Klumpen zusammengeklebt haben und es ihnen einfach schwer fällt, genaue Angaben zu machen, bzw. die Wahrnehmung eingeschränkt ist. Denn wenn ein Zug in nur eine Richtung existiert, können die Rezeptoren im Gewebe den Schmerz gut kategorisieren- bei einem ganzen Bündel mit Zügen und Einschränkungen in mehreren Richtungen wird es diffus.
Das FDM sieht die Aufgabe zuerst darin, die Adhäsionen quasi aufzubrechen und die Beschwerden wieder in einen akuten Zustand zu führen. Es gibt demnach Verklebungen zwischen den bandartigen Faszien, die als Triggerbänder bezeichnet werden und es kann sogar Verklebungen zwischen den bandartigen und spiralförmigen (Zylinderfaszien) geben, die mit einem Metalkamm empfohlen werden zu behandeln.
Im Anschluss müssen die ursprünglichen Verdrehungen korrigiert und mit Techniken behandelt werden, die denen der Chiropraktik ähneln- die aus Sicht der Betroffenen meist aber als erlösend empfunden werden.

Fasziendistorsionsmodell und Kopfschmerzen

Viele Kopfschmerz- Betroffene berichten, dass sie das Gefühl haben, die Kopfschmerzen entstünden im Nacken und würden von dort über den Kopf ziehen als ziehender oder brenneneder Schmerz. Sie geben (meist bei einseitigem Kopfschmerz) auf Druck und bei Kopfbewegung schmerzhafte (zu spürende Verdickungen) Punkte zwischen Nacken und Schulter an, von denen aus es bis zum Hinterkopf und zum Teil über den Nacken ziehen würde.
Die Punkte werden nach dem Fasziendistorsionsmodell als Teile des Gewebes gesehen, die durch die recht weichen Faszienschichten um den Hals herum getreten sind (das Gewebe ist hier sehr elastisch, um die große Beweglichkeit des Kopfes und Halses zu gewährleisten). Das Ziehen zum und über den Kopf wird als Verdrehung der bandartigen Faszie (Triggerband) gesehen.
Ein häufig beschriebener Kopfschmerz wird als hinter dem Auge liegend beschrieben. Das Fasziendistorsionsmodell sieht diesen Schmerz als Verdrehung der bandartigen Faszie vom Kiefergelenk, über die Augenbraue bis zum Augenwinkel und als kleine Gewebsprotrusion am Augenwinkel- den Lakrimalen hernierten Triggerpunkt. Diese Fasziendistorsionen werden mit der Triggerbandtechnik, Reponieren des Gewebes am Augenwinkel (mit sanfterem Druck als an der Schulter) und auch Eisanwendungen behandelt.

Sonntag, 8. Mai 2011

Fasziendistorsionsmodell, Karpatunnelyndrom und "Karpaltunnel ähnliches Syndrom"

Im Fasziendistorsionsmodell (FDM) wird zwischen dem echten Karpaltunnelsyndrom (true carpal tunnel syndrome TCTS) und dem Karpaltunnel ähnlichen Syndrom (carpal tunnel- like syndrome CTLS) unterschieden.
Bei dem echten Karpaltunnel- Syndrom kommt es nach dem FDM zu einer Einklemmung des Medianusnerven am Handgelenk durch eine Zylinderdistorsion. Die oberflächlichen Schichten der Zylinderfaszie sind spiralförmig angeordnet und drehen sich bei Muskelkontraktion und Pro- und Supination (Drehen des Unterarmes). Wenn eine dieser Spiralen auf eine andere rutscht, so wird bei Muskelkontraktion oder dem Drehen des Unterarmes die Bewegung mechanisch beeinträchtigt und es kann zum Gefühl der Schwäche kommen. Dazu werden, da Faszien Sinnesorgane sind, ständig Signale ausgesendet, dass die Spannung in dem Gebiet ungleich ist, weil der uneinheitliche Zug der Spiralen vom Nervensystem als Kribbeln oder Parästhesie wahrgenommen wird. Die Betroffenen schütteln häufig heftig die Hand, um die sich überlappenden Spiralwindungen ein wenig auseinandner zu ziehen und den mechanischen Zug zu vermindern. Aber wenn der Unterarm wieder gedreht wird oder kontrahiert wird, kommen die Symptome wieder.

Fasziendistorsionsmodell, Bandscheibenvorfall und Ischiasschmerzen

Nach dem Verständnis des Fasziendistorsionsmodells (FDM) sind Ischiasschmerzen (hinten am Bein runter und im Rücken) Verdrehungen der bandartigen Faszien (Triggerbänder) und der paravertebralen Faltfaszien. Der Begründer des Faszien Distorsions Modells, Stephen Typaldos D.O., unterschied zwischen echten und Pseudo- Ischiasschmerzen. Bei den echten Ischiasschmerzen liegt seiner Ansicht nach wirklich eine Diskus- Problematik vor. Auch bei dieser bestünden Triggerbänder und Verdrehungen der paravertebralen Faltfaszien, die aber auch schon zur Entstehung der Diskusproblematik geführt haben könnten, indem sie durch länger bestehenden Zug und Bewegungseinschränkungen des umgebenden Gewebes das Bandscheibenmaterial quasi selbst "rausgezogen" oder dazu geführt haben.
Nicht nur nach dem Fasziendistorsionsmodell erscheint also eine Behandlung der Triggerbänder, der dreidimensionalen Verdrehungen der Faltfaszien und eventuell noch von Hernien ober- oder unterhalb des Piriformismuskels im Gesäß in jedem Fall sinnvoll.

Samstag, 7. Mai 2011

Weltgeburtswoche in Hannover: Wahlmöglichkeiten und Patientenrechte rund um die Geburt

In diesem Jahr findet die Weltgeburtswoche unter dem Thema "Wahlmöglichkeiten und Patientenrechte rund um die Geburt" statt.
Mittwoch, 18.5.2011 um 18h Filmvorstellung "Babys" im Apollo-Kino

Zu diesem Anlass veranstaltet die Kaiserschnittstelle Hannover gemeinsam mit der Babymoon-Praxis in Hannover Linden am Mittwoch den 18. Mai ab 18:00 Uhr einen bunten Themenabend. Um 18:00 Uhr wird im Apollo Kino der Film "Babys" gezeigt. Danach gibt es im angrenzenden "Anna Limma" ab 19:30 Uhr den Vortrag "Selbstbestimmte Geburt" mit anschliessender Diskussion.
Mehr Informationen unter: http://www.kaiserschnittstelle.de/vortraege.html

Dienstag, 3. Mai 2011

Fasziendistorsionsmodell: FDM als Notfallbehandlung im japanischen Krisengebiet

Byron Perkins D.O., der Präsident der American FDM Association (AFDMA), ist zu einem Hilfseinsatz in die japanischen Krisengebiete geflogen. Der in Alaska praktizierende FDM- Therapeut hat vom 28. April bis zum 2. Mai zusammen mit Freiweilligen der FDM Asian Association (FAA) Menschen in den vom Tsunami betroffenen Gebieten nach dem FaszienDistorsionsModell behandelt.
Organisiert vor Ort wurde die Soforthilfe unter anderem vom Vize- Präsidenten der FAA, Kohei Iwata.
Einige Bilder, auf denen FaszienDistorsionsModell- Behandlungen in Shiogama/ Sendai auch vom Präsidenten der FAA, Keisuke Tanaka, und Bilder u.a. der zerstörten japanischen Landschaft zu sehen sind, hat er auf Facebook veröffentlicht.
Weitere Infos und die Fotogalerie unter: http://www.facebook.com/media/set/fbx/?set=a.10150225286751136.360104.619816135